Fast jeder hat sein Handy dabei, auch dann, wenn plötzlich etwas passiert. Genau deshalb haben iPhone und Android einen eingebauten Notfallpass: Notfallkontakte, Allergien und Vorerkrankungen, die Helfer auch bei gesperrtem Bildschirm sehen können. Die Einrichtung dauert fünf Minuten. Hier ist die Anleitung für alle gängigen Geräte und ein ehrlicher Blick darauf, wo der Notfallpass an seine Grenzen kommt.
iPhone: Health-App → Profilbild → Notfallpass → „Im Sperrzustand zeigen“ einschalten. Android und Samsung: Einstellungen → Sicherheit und Notfall → medizinische Infos und Notfallkontakte. Weil Helfer nicht immer ans Handy denken und Akkus leer werden, lohnt sich zusätzlich eine Notfallkarte zum Ausdrucken für die Geldbörse.
Notfallpass auf dem iPhone einrichten
- Die App Health öffnen.
- Oben rechts auf dein Profilbild tippen und Notfallpass wählen.
- Auf Bearbeiten bzw. Loslegen tippen.
- Geburtsdatum, Erkrankungen, Allergien, Medikamente und Blutgruppe eintragen. Felder, die du nicht kennst, lässt du leer.
- Unter Notfallkontakte mindestens eine Person aus deinen Kontakten hinzufügen und die Beziehung angeben.
- Im Sperrzustand zeigen einschalten. Ohne diese Option sehen Helfer bei gesperrtem iPhone nichts.
- Mit Fertig speichern.
So sehen Helfer den Notfallpass: Auf dem Sperrbildschirm auf Notruf tippen und dann unten links auf Notfallpass. Bei neueren iPhones gelangt man auch über das gleichzeitige Gedrückthalten von Seitentaste und einer Lautstärketaste dorthin.
Notfallinformationen auf Android einrichten
Bei Android heißen die Menüs je nach Hersteller und Version etwas unterschiedlich. Der Weg ist aber überall ähnlich, und die Suchfunktion in den Einstellungen findet ihn mit dem Stichwort „Notfall“ zuverlässig.
Google Pixel und Geräte mit Standard-Android
- Einstellungen öffnen.
- Sicherheit und Notfall wählen.
- Unter Medizinische Informationen Blutgruppe, Allergien, Medikamente und Hinweise eintragen.
- Unter Notfallkontakte Personen hinzufügen.
- Prüfen, dass die Anzeige auf dem Sperrbildschirm erlaubt ist.
Samsung Galaxy
- Einstellungen öffnen.
- Sicherheit und Notfall wählen.
- Medizinische Infos antippen und ausfüllen.
- Notfallkontakte ergänzen.
- Die Option zum Anzeigen auf dem Sperrbildschirm aktivieren.
So sehen Helfer die Infos: Auf dem Sperrbildschirm nach oben wischen, Notruf antippen und dann die Notfall- bzw. medizinischen Informationen öffnen. Bei manchen Geräten muss man den Eintrag zweimal antippen.
Sperr dein Handy und versuch, deinen Notfallpass so zu öffnen, wie es eine fremde Person tun würde. Dauert das länger als ein paar Sekunden, weißt du, warum ein zweiter Weg sinnvoll ist.
Was gehört in den Notfallpass?
- Notfallkontakte: zwei Personen, die im Notfall wirklich ans Telefon gehen.
- Vorerkrankungen: etwa Diabetes, Epilepsie, Herzerkrankungen oder Asthma.
- Allergien: vor allem gegen Medikamente wie Penicillin, aber auch Insektenstiche oder Nüsse.
- Medikamente: besonders Blutverdünner und Insulin.
- Blutgruppe: falls bekannt.
Eine ausführlichere Liste, auch speziell für Kinder, Senioren und bei Vorerkrankungen, findest du im Artikel Was gehört in einen Notfallausweis?
Wo der Notfallpass auf dem Handy an Grenzen stößt
Der Notfallpass ist eine gute Sache und kostet nichts. Er hat aber ein paar Schwächen, die man kennen sollte:
- Akku leer oder Display kaputt: Dann ist der Notfallpass nicht erreichbar.
- Helfer denken nicht daran: Nicht jeder Ersthelfer weiß, dass es einen Notfallpass gibt oder wie man ihn bei einem fremden Gerät öffnet.
- Handy nicht dabei: Beim Joggen, Schwimmen oder bei Kindern ohne eigenes Handy gibt es schlicht keinen Notfallpass.
- Falsches Handy: Wer ein Diensthandy und ein privates Handy nutzt, muss beide pflegen.
Die bessere Kombination: Handy plus etwas, das man sieht
Am zuverlässigsten ist der Notfallpass zusammen mit einem zweiten, sichtbaren Weg. Die einfachste Variante kostet nichts: eine Notfallkarte im Scheckkartenformat, die neben Personalausweis und Versichertenkarte in der Geldbörse steckt. Mit unserem Notfallausweis-Generator füllst du sie online aus und druckst sie als PDF, ohne Anmeldung.
Wer es robuster mag oder oft ohne Geldbörse unterwegs ist, etwa beim Sport, setzt auf ein sichtbares Notfallprofil am Körper oder direkt am Handy:
Ein QR-Code an Uhr, Armband oder Handyhülle. Helfer scannen ihn mit jedem Smartphone, ohne App, und sehen die Notfallinfos, die du freigegeben hast, oder kontaktieren direkt deine hinterlegten Personen. Die Daten pflegst du online und kannst sie jederzeit ändern. Funktioniert auch, wenn dein eigenes Handy leer oder gesperrt ist.

Notfallprofil an Uhr oder Armband
SOS-Armbandschlaufe | QR Notfallprofil
11,90 €

Für Handyhülle, Helm und Fahrrad
3x SOS-Aufkleber | QR Notfallprofil
11,90 €
Für Kinder ohne eigenes Handy gibt es ein eigenes Notfallarmband für Kinder. Alle Varianten im Überblick findest du bei unseren SOS-Notfallprodukten.
Häufig gestellte Fragen
Wo finde ich den Notfallpass auf dem iPhone?
In der Health-App: Profilbild oben rechts antippen, dann Notfallpass. Alternativ in den Einstellungen unter Health. Auf dem Sperrbildschirm erreichen Helfer ihn über Notruf und dann Notfallpass.
Wo finde ich den Notfallpass auf Android?
Je nach Hersteller und Version in den Einstellungen unter Sicherheit und Notfall, Notfallinformationen oder Medizinische Informationen. Am schnellsten findest du ihn über die Suchfunktion der Einstellungen.
Können Helfer den Notfallpass sehen, wenn das Handy gesperrt ist?
Ja, wenn du die Anzeige auf dem Sperrbildschirm aktiviert hast. Beim iPhone ist das die Option Im Sperrzustand zeigen. Ohne diese Einstellung bleibt der Notfallpass gesperrt.
Schauen Rettungskräfte in den Notfallpass auf dem Handy?
Manchmal, aber nicht zuverlässig. Im Einsatz zählt jede Minute, und nicht jeder Ersthelfer weiß, wo der Notfallpass zu finden ist. Eine Notfallkarte in der Geldbörse oder ein sichtbares Notfallarmband ist deshalb eine sinnvolle Ergänzung.
Was soll in den Notfallpass?
Notfallkontakte, Vorerkrankungen, Allergien, Medikamente und, falls bekannt, die Blutgruppe. Eine ausführliche Liste findest du in unserem Artikel, was in einen Notfallausweis gehört.
Kostet der Notfallpass auf dem Handy etwas?
Nein. Notfallpass beim iPhone und Notfallinformationen bei Android sind fest im Betriebssystem eingebaut und kostenlos. Eine zusätzliche App brauchst du dafür nicht.



