Ein Notfallausweis spricht für dich, wenn du es selbst gerade nicht kannst: nach einem Unfall, bei einer Unterzuckerung oder einem allergischen Schock. Damit er im entscheidenden Moment hilft, muss das Richtige draufstehen, und zwar so, dass ein Fremder es in Sekunden erfasst. Hier ist die Checkliste, dazu die Besonderheiten für Kinder, Senioren und bei Vorerkrankungen.
Name, Geburtsdatum, zwei Notfallkontakte, Allergien, Medikamente und Vorerkrankungen. Das Wichtigste, etwa „Diabetes Typ 1“ oder „nimmt Blutverdünner“, gehört hervorgehoben nach oben. Mit unserem Notfallausweis zum Ausdrucken erstellst du so eine Karte kostenlos im Scheckkartenformat.
Die Checkliste: Das gehört in jeden Notfallausweis
Persönliche Angaben
- Vor- und Nachname
- Geburtsdatum: wichtig für die Dosierung von Medikamenten und um dich eindeutig zuzuordnen.
Notfallkontakte
- Zwei Personen mit Beziehung und Telefonnummer, etwa „Partnerin“ oder „Sohn“. Zwei deshalb, weil eine Person im Notfall auch mal nicht erreichbar ist.
- Mit Ländervorwahl, wenn du auch im Ausland unterwegs bist.
Medizinische Angaben
- Allergien: vor allem gegen Medikamente wie Penicillin oder Kontrastmittel, aber auch gegen Insektenstiche, Latex oder Nüsse.
- Medikamente: besonders wichtig sind Blutverdünner, Insulin, Herzmedikamente und Mittel gegen Epilepsie.
- Vorerkrankungen: etwa Diabetes, Epilepsie, Herzerkrankungen, Asthma oder eine Nierenerkrankung.
- Implantate: zum Beispiel Herzschrittmacher, Defibrillator oder Insulinpumpe.
- Blutgruppe: optional und nur, wenn du sie sicher kennst. Vor einer Transfusion wird sie im Krankenhaus ohnehin neu bestimmt.
Weitere Hinweise
- Hausarzt oder Hausärztin mit Telefonnummer.
- Organspende: ob du einen Organspendeausweis hast.
- Patientenverfügung: ob es eine gibt und wo sie liegt.
- Weitere Ausweise: Hinweis auf Allergiepass, Implantatausweis oder Gerinnungsausweis, falls vorhanden.
Ein Notfallausweis ist kein Arztbrief. Was für die Erstversorgung nicht wichtig ist, macht die Karte nur unübersichtlich. Und lass alles weg, was du nicht sicher weißt: Eine falsche Angabe ist schlechter als keine.
Notfallausweis für Kinder
Kinder können im Notfall oft nicht sagen, wer ihre Eltern sind oder welche Allergie sie haben. Deshalb gehört auf die Karte:
- Name des Kindes und Geburtsdatum.
- Telefonnummern beider Elternteile oder einer weiteren Bezugsperson.
- Kinderarzt oder Kinderärztin mit Telefonnummer.
- Allergien, Asthma, Diabetes oder Epilepsie, besonders hervorgehoben.
- Wenn vorhanden: Notfallmedikamente wie Adrenalin-Autoinjektor oder Asthmaspray.
Die Karte steckt am besten im Ranzen oder Rucksack. Da Kinder ihre Taschen gern irgendwo liegen lassen, ist ein Notfallarmband die robustere Lösung. Was dafür spricht, erklären wir im Artikel Notfallarmband für Kinder.

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Notfallausweis für Senioren
- Vollständige Medikamentenliste oder der Hinweis, wo der Medikationsplan liegt.
- Hinweise auf Demenz, Hörgeräte oder Sehschwäche, damit Helfer die Situation richtig einschätzen.
- Kontakt von Angehörigen und, falls vorhanden, vom Pflegedienst.
- Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht: ob es sie gibt und wo sie liegen.
Für zu Hause gibt es zusätzlich die Notfalldose: Sie steht im Kühlschrank, enthält ausführliche Infos für Rettungskräfte und wird über einen Aufkleber an der Wohnungstür angekündigt. Für unterwegs bleibt der Notfallausweis in der Geldbörse die passende Ergänzung.
Notfallausweis bei Vorerkrankungen
Bei manchen Erkrankungen entscheidet der Notfallausweis darüber, ob Helfer eine Situation richtig deuten:
- Diabetes: Eine Unterzuckerung kann wie Trunkenheit wirken. Der Hinweis „Diabetes – bei Verwirrtheit Traubenzucker geben, wenn ansprechbar“ hilft Laien sofort.
- Epilepsie: Hinweis auf die Erkrankung und, falls vorhanden, das Notfallmedikament.
- Blutverdünner: wichtig bei Verletzungen und vor jeder Operation.
- Schwere Allergien: Auslöser nennen und ob ein Adrenalin-Autoinjektor dabei ist.
Ärztlich ausgestellte Ausweise wie Allergiepass oder Implantatausweis ersetzt der Notfallausweis nicht. Er fasst das Wichtigste auf einen Blick zusammen und verweist auf sie.
So erstellst du deinen Notfallausweis
Mit unserem kostenlosen Notfallausweis-Generator wählst du zuerst, für wen die Karte ist: für dich, ein Kind, Senioren oder bei Vorerkrankungen. Die Felder passen sich daran an. Die wichtigste Info landet hervorgehoben auf der Vorderseite, auf Wunsch zusätzlich auf Englisch für Reisen ins Ausland. Danach druckst du das PDF aus, schneidest die Karte aus und faltest sie auf Scheckkartengröße.
Dieselben Infos solltest du auch im Handy hinterlegen. Wie das geht, zeigt unsere Anleitung Notfallpass auf dem Handy einrichten.
Papier hat Grenzen: das digitale Notfallprofil
Eine Karte in der Geldbörse wird nur gefunden, wenn jemand nach ihr sucht, und sie veraltet, sobald sich ein Medikament ändert. Ein digitales Notfallprofil löst beides.
Ein QR-Code an Uhr, Armband, Helm oder Handy, der sofort als Notfallhinweis erkennbar ist. Helfer scannen ihn ohne App und sehen die Notfallinfos, die du freigegeben hast, oder rufen deine Kontaktpersonen an. Die Angaben änderst du online, ohne etwas neu zu drucken.

Notfallprofil an Uhr oder Armband
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Für Helm, Fahrrad oder Handyhülle gibt es die SOS-Aufkleber und weitere Notfallprodukte.
Häufig gestellte Fragen
Was muss unbedingt in einen Notfallausweis?
Name, Geburtsdatum, mindestens ein Notfallkontakt mit Telefonnummer sowie alle Allergien, Vorerkrankungen und Medikamente, die für eine Behandlung wichtig sind. Das Wichtigste gehört gut sichtbar ganz nach oben.
Gehört die Blutgruppe in den Notfallausweis?
Sie kann rein, wenn du sie sicher kennst. Vor einer Bluttransfusion bestimmt das Krankenhaus die Blutgruppe aber immer selbst. Wichtiger als die Blutgruppe sind Allergien, Blutverdünner und Vorerkrankungen.
Wo bewahre ich den Notfallausweis auf?
In der Geldbörse, direkt neben Personalausweis und Versichertenkarte. Dort wird im Notfall meist zuerst nachgesehen. Bei Kindern passt er in den Ranzen oder ins Brustbeutelchen.
Wie oft sollte ich den Notfallausweis aktualisieren?
Immer, wenn sich Medikamente, Diagnosen oder Telefonnummern ändern, und sonst einmal im Jahr. Ein Datum auf der Karte zeigt, wie aktuell die Angaben sind.
Ersetzt der Notfallausweis Allergiepass oder Implantatausweis?
Nein. Ärztlich ausgestellte Ausweise wie Allergiepass, Implantatausweis oder Gerinnungsausweis enthalten Details, die eine Notfallkarte nicht abbildet. Der Notfallausweis fasst das Wichtigste zusammen und kann auf diese Ausweise hinweisen.
Was ist der Unterschied zwischen Notfallausweis und Notfalldose?
Der Notfallausweis ist für unterwegs gedacht und steckt in der Geldbörse. Die Notfalldose steht zu Hause im Kühlschrank und enthält ausführlichere Infos für Rettungskräfte, die in die Wohnung kommen. Beides ergänzt sich gut.



